Denkmalsturz: Inge Jahnke

In dieser Folge unserer Interview-Reihe „Denkmalsturz“ sprechen wir mit Inge Jahnke über einen missglückten Versuch im Herbst des Jahres 1967, das Wissmann-Denkmal zu stürzen. Inge Jahnke, geboren 1941, war eine der wenigen an einem Sturzversuch beteiligten Frauen. Seit Beginn ihres Geographie-Studiums an der Universität Hamburg 1961 war sie aktiv im zu diesem Zeitpunkt gerade gegründeten SDS. Dort sensibilisierten internationale Studierende sie für Fragen des „Imperialismus“, infolge dessen sie einen Imperialismus-Arbeitskreis in ihrer Wohngemeinschaft leitete. Im Herbst 1967, als sie ihr Studium bereits beendet hatte, versuchte sie gemeinsam mit vier anderen SDS-Mitgliedern, das Wissmann-Denkmal mithilfe einer Kupfersäge zu stürzen. Der Versuch [...]

Von |2020-02-18T08:50:08+00:00April 4th, 2019|Allgemein, Denkmalsturz, Interview, Podcast|0 Kommentare

Denkmalsturz: Rolf Schübel im Interview

In dieser Folge unserer Interview-Reihe „Denkmalsturz“ sprechen wir mit Rolf Schübel über die Entstehung des NDR-Films „Landfriedensbruch“. Der Film aus dem Jahr 1967 dokumentiert den ersten Versuch zum Sturz des Wissmann-Denkmals im August des Jahres. Rolf Schübel, geboren 1942 in Stuttgart und seit 1963/64 als Student an der Universität Hamburg eingeschrieben, war am ersten Sturzversuch beteiligt – und das gleich von mehreren Seiten. Einerseits war er als Mitglied des SDS und des Studierendenparlamentes aktiv in der Studierendenbewegung. Andererseits war er als Regie-Assistent an der NDR-Dokumentation „Landfriedensbruch“ über die Studierendenbewegung unter der Regie von Theo Gallehr beteiligt und fungierte so als [...]

Von |2020-02-18T08:50:12+00:00März 27th, 2019|Denkmalsturz, Interview, Podcast|0 Kommentare

Denkmalsturz: Peter Schütt im Interview

In dieser Folge unserer Interview-Reihe „Denkmalsturz“ sprechen wir mit Peter Schütt über die Geschichte des ersten bekannten Versuches das Denkmal Hermann von Wissmanns vor dem Hauptgebäude der Universität Hamburg zu stürzen. Peter Schütt, geboren 1939, war einer der Initiatoren des ersten Denkmalsturzversuches im August 1967. Im Vergleich zu den anderen Versuchen zeichnet dieser sich besonders durch seinen Charakter als öffentlichkeitswirksames Happening im Rahmen des Dokumentationsfilms Landfriedensbruch des NDR aus, der die Studierendenbewegung in Hamburg porträtierte. Im Interview erzählt Schütt, der ab 1959 an der Universität Hamburg studierte und ab 1963 Mitglied der kommunistischen Partei war, von seinen Erlebnissen und Begegnungen [...]

Von |2020-02-18T08:50:17+00:00März 20th, 2019|Denkmalsturz, Podcast|0 Kommentare

Denkmalsturz: Reginald Kirey im Interview (Englisch)

In dieser Folge unserer Interview-Reihe „Denkmalsturz“ sprechen wir mit dem Historiker Reginald Elias Kirey über die Geschichte des Wissmann-Denkmals in Tansania. Im Interview mit Kim Sebastian Todzi bietet Kirey  einen tieferen Einblick in die Geschichte des Wissmann-Denkmals selbst. So erzählt er die bewegte Geschichte der Statue von der ersten Aufstellung 1909 in Daressalam über ihre Überführung nach London 1919 bis zu ihrer Ankunft in Hamburg 1922. Dabei geht er besonders auf die Darstellung des „Askari“-Soldaten als Teil des Denkmals ein und thematisiert den Umgang mit der hinterlassenen Leerstelle nach der Entfernung des Denkmals:  Um das „Erinnerungsvakuum“ (memory vacuum) zu füllen, [...]

Von |2020-02-18T08:50:18+00:00März 6th, 2019|Allgemein, Denkmalsturz, Podcast|0 Kommentare

Denkmalsturz: Arwed Milz im Interview

Diese Woche startet unser Podcast „Denkmalsturz“. In dieser Reihe veröffentlichen wir Interviews mit Zeitzeug*innen und Expert*innen um die Stürze der Denkmäler der beiden  Kolonialoffiziere Hermann von Wissmann (1853-1905) und Hans Dominik (1870-1910) vor dem Hauptgebäude der Universität Hamburg 1967/68 zu beleuchten.   Arwed Milz, Student der Universität Hamburg und SDS-Mitglied ab 1965, erzählt im Interview, wie er die Reihe der Denkmalstürze 1967/68, aber auch die Auseinandersetzung mit dem Denkmal in den Jahren zuvor erlebte – von der anfänglichen Aufklärungsarbeit bis zur tatsächlichen Organisation und Durchführung von Aktionen, Happenings und Sturzversuchen. Dabei zeichnet er ein Bild des historischen Kontextes der [...]

Von |2020-02-18T08:50:23+00:00Februar 27th, 2019|Allgemein, Denkmalsturz, Interview, Podcast|1 Kommentar

#3 ReprÆsentationen: Ein Interview mit Dr. Elina Marmer – Mitglied des Autor*innenKollektiv Rassismuskritischer Leitfaden

  Die Stadt Umdenken_Repenser la ville_ Ein Projekt des Virtuellen Partizipationslabors Postkoloniales Erbe Autorin: Tania Mancheno   Elina Marmer © Elina Marmer Diese Woche präsentiert die Podcastreihe #ReprÆsentationen ein Interview mit der Hamburgerin Dr. Elina Marmer. Dr. Elina Marmer hat intensiv über Rassismus in deutschen Schulbüchern geforscht und geschrieben. Zu ihrer Veröffentlichungen zählen u.a: Rassismus in deutschen Schulbüchern am Beispiel von Afrikabildern (2013) und (zusammen mit Papa Sow) African history teaching in contemporary German textbooks: From biased knowledge to duty of remembrance (2013). Sie ist Mitglied des Autor*innenKollektiv, welches im 2015 den Rassismuskritischen Leitfaden für Schulen herausbrachten.   

#7 Nachwort: Prof. Dr. Oswald Masebo – Postcolonial Memory: A Shared Legacy: Tanzania-Germany

Alexander Gischler CC-BY-NC-SA 4.0 Unsere Podcastreihe #Nachwort endet diese Woche mit einem Interview des Historikers Prof. Dr. Oswald Masebo (Dar-es-Salam/Tansania). Das Interview bietet eine sehr gute Einführung in die Geschichte des deutschen Kolonialismus in Tansania. Nach der Berliner Kongokonferenz (1884-1885), in der die koloniale Aufteilung Afrikas durch europäische Kolonialmächte unternommen wurde, stand das Gebiet des heutigen Tansanias von 1885 bis 1918 als „Deutsch-Ostafrika“ unter deutscher Kolonialverwaltung.. Im Interview zeichnet Prof. Masebo diesen Teil der deutschen Kolonial- und Gewaltgeschichte am Beispiel Dar-es-Salams nach. Er erklärt, wie die koloniale Aufteilung des Kontinents in der rassistischen Planung der Stadt reproduziert [...]

#6 Nachwort: Joshua Kwesi Aikins – Die Dekolonisierung des Stadtbildes: Straßennamen zwischen Kolonialnostalgie und Perspektivumkehr

Alexander Gischler CC-BY-NC-SA 4.0 Die Podcastreihe #Nachwort präsentiert diese Woche ein Interview mit dem Politikwissenschaftler Joshua Kwesi Aikins (Berlin/Kassel). Wie schon in seiner Vorlesung erörterte er die verschiedenen historischen Schichten der Stadt Berlin, wobei gerade das Afrikanische Viertel in Berlin für die Erinnerung an die deutsche Kolonialgeschichte besonders prägend ist. Das koloniale Bild von Afrika, welches in der Stadtlandschaft vermittelt wird, wurde jedoch von verschiedenen lokalen Gruppierungen als Ressource umgedeutet. So entwickelte etwa  das Bezirksamt Berlin-Mitte als Beitrag zu einer aktiven Erinnerungskultur eine digitale Karte mit Texten und Tonaufnahmen als Lern- und Erinnerungsort Afrikanisches Viertel. Beraten von der [...]

#6 Was bedeutet Hamburg für Dich? Interview mit Natalie Lazar. Ein Audio-Spaziergang zu kolonialen Erinnerungsorten

© Natalie Lazar Die Podcastreihe „Was bedeutet Hamburg für Dich?“ präsentiert diese Woche ihren #6 und letzten Beitrag – ein Interview mit der Dramaturgin und Autorin Natalie Lazar. Natalie Lazar lebte in verschiedenen europäischen Ländern, bevor sie zurück nach Norddeutschland kam und nach Hamburg zog. Als Literaturwissenschaftlerin und Politologin arbeitet Lazar seit 2012 im Bereich Theater. In ihren Arbeiten und Projekten beschäftigt sie sich immer wieder mit der Suche nach Identität und Zugehörigkeit. Dabei kommen Sprache und (Erinnerungs-)Orten eine besondere Rolle zu, und die Frage danach, ob und wie sie Verbindungen entstehen lassen können oder diese verweigern. Im Gespräch [...]

#5 Nachwort: Prof. Dr. Ulrich Mücke – Liberaler Rassismus. Der Altonaer Kaufmann Heinrich Witt und die (post-)koloniale Welt des 19. Jahrhunderts

Mara Brede CC-BY-NC-SA 4.0 Im #5 Nachwort sprechen wir mit Prof. Dr. Ulrich Mücke (Hamburg) über den deutschen Kolonialismus jenseits von Afrika und Asien und jenseits formaler ‚Schutzgebiete‘. Auf dem lateinamerikanischen Kontinent begann der europäische Kolonialismus und die frühe Globalisierung zudem bereits im 15. und 16. Jahrhundert. Wir betten die Biographie des norddeutschen Heinrich Witts wird in diesen Kontext ein, und diskutieren die Privilegien, Machtmechanismen und die Gewaltstrukturen, die seine Migration im 19. Jahrhundert nach Lima (Peru) ermöglichten. Dazu schlägt Prof. Mücke eine Definition von Postkolonialismus vor, in der die historischen und analytischen Verflechtungen zwischen Rassismus und [...]