Denkmalsturz: Reginald Kirey im Interview (Englisch)

In dieser Folge unserer Interview-Reihe „Denkmalsturz“ sprechen wir mit dem Historiker Reginald Elias Kirey über die Geschichte des Wissmann-Denkmals in Tansania. Im Interview mit Kim Sebastian Todzi bietet Kirey  einen tieferen Einblick in die Geschichte des Wissmann-Denkmals selbst. So erzählt er die bewegte Geschichte der Statue von der ersten Aufstellung 1909 in Daressalam über ihre Überführung nach London 1919 bis zu ihrer Ankunft in Hamburg 1922. Dabei geht er besonders auf die Darstellung des „Askari“-Soldaten als Teil des Denkmals ein und thematisiert den Umgang mit der hinterlassenen Leerstelle nach der Entfernung des Denkmals:  Um das „Erinnerungsvakuum“ (memory vacuum) zu füllen, [...]

Von |2020-02-18T08:50:18+00:00März 6th, 2019|Allgemein, Denkmalsturz, Podcast|0 Kommentare

Video: Streitraum: Grenzen der Erinnerung

Die Klage der Herero und Nama gegen die Bundesrepublik Deutschland wegen des Völkermordes im ehemaligen Deutsch-Südwestafrika, die Auseinandersetzung um koloniale Straßennamen in Deutschland (erst jüngst auch von einer UN-Expertenkommission gerügt), der Streit um die Ausrichtung des Humboldt-Forums in Berlin und die Herkunft seiner kolonialen Objekte: Der deutsche Kolonialismus wird zunehmend zum Politikum. Aber wie seiner gedenken, wie ihn einbauen in die offizielle Erinnerungskultur? Darüber diskutierten am 5.2.2017 im "Streitraum" der Berliner Schaubühne Moderatorin Carolin Emcke mit Joshua Kwesi Aikins, Iman Attia, Thomas Krüger und Jürgen Zimmerer. Thema war Möglichkeiten wie Grenzen der Erinnerung, das Identifizieren blinder Flecken, Fragen der Anerkennung [...]

Von |2017-03-16T08:37:17+00:00März 16th, 2017|Allgemein, Video|0 Kommentare

#2 Was bedeutet Hamburg für Dich? Interview mit Katharina Kellermann. Ein Audio-Spaziergang zu kolonialen Erinnerungsorten.

#Die_Stadt_Umdenken_Repenser_la_Ville Ein Projekt des Virtuellen Partizipationslabors Postkoloniales Erbe im Rahmen der HOOU Autorin: Tania Mancheno © Katharina Kellermann Die Podcastreihe "Was bedeutet Hamburg für dich?" präsentiert diese Woche ein Interview mit der Künstlerin und Aktivistin Katharina Kellermann. Das Interview behandelt die mögliche Rolle der Kunst in der Gestaltung alternativer Erinnerungskulturen im öffentlichen Raum, auch mit Gedanken, die uns aus dem urbanen Zentrum Hamburgs herausführen. Katharina Kellermann ist Teil des feministischen Kollektivs SWOOSH LIEU und des Graduiertenkollegs "Performing Citizenship" mit einem Forschungsprojekt zu "Sound als erinnerungskulturelles Medium". In diesem Rahmen hat sie eine akustische Kartierung des postkolonialen Hamburgs gestaltet, [...]

Deutschland-Namibia: Wahrheit – Erinnerung – Versöhnung. Überlegungen zum Gedenken an den Völkermord von 1904-1908

Seit im Juli 2015 mit dem Bundestagspräsidenten Norbert Lammert der bislang ranghöchste Repräsentant der Bundesrepublik Deutschland sich klar für die Benennung des Krieges des Deutschen Reiches gegen die Herero und Nama (1904-1908, Südwestafrika, heute Namibia) ausgesprochen hat, und auch das Auswärtige Amt diesen Umstand nun anerkennt, ist Bewegung in die Frage der aktiven und öffentlichen Versöhnung zwischen Namibia und Deutschland gekommen. Im Oktober 2015 verfasste ich dazu ein Memorandum, das ich nachfolgend als historisches Dokument veröffentliche. In der Zwischenzeit haben sowohl Namibia als auch Deutschland Sondergesandte in dieser Frage ernannt, Dr. Zed Ngavirue und Ruprecht Polenz, und zahlreiche Gespräche haben [...]

Von |2017-01-18T17:28:48+00:00April 27th, 2016|Allgemein, Creative Commons|2 Kommentare

Global versöhnen – Lokal erinnern: Der Genozid an den Herero und Nama (1904-1908) und Hamburg

von Jürgen Zimmerer Bundestagspräsident Norbert Lammert war dieser Tage (6.10.-9.10.2015) auf heikler Mission in Namibia, nachdem er im Juli aus Anlass des 100. Jahrestages der deutschen Kapitulation in Südwestafrika ungewohnt offene Worte zu den "beschämenden Verbrechen" während des deutschen Kolonialismus gefunden und diese deutlich als Genozid gebrandmarkt hatte. Nur zwei Tage später änderte auch das Auswärtige Amt seine langjährige Position und gab bekannt, die Ereignisse nun ebenfalls als Völkermord zu bezeichnen. Damit gewann auch die Frage nach der offiziellen Anerkennung des Genozids an den Herero und Nama im ehemaligen Deutsch-Südwestafrika, verbunden mit einer Entschuldigung seitens des Bundespräsidenten und/oder des Bundestages, [...]

Von |2017-01-18T17:28:49+00:00Oktober 11th, 2015|Allgemein, Creative Commons|2 Kommentare

Presseschau: Anerkennung des Genozids an den Herero und Nama

„Frage: Herr Schäfer, ich habe es noch nicht ganz verstanden. Die Haltung, die Meinung der Bundesregierung ist: Ja, das war Völkermord. Schäfer: Ich habe es Ihnen doch gerade so vorgelesen; in der Tat. Zusatzfrage: Die Bundesregierung sagt: Das war Völkermord. - Das wäre ja jetzt eine Meldung. Schäfer: Dann melden Sie es.“ Als Dr. Martin Schäfer, Sprecher des Auswärtigen Amtes, den Völkermord an den Herero und Nama auf der Pressekonferenz der Bundesregierung am 10. Juli als solchen bezeichnete, kündigte er damit einen radikalen Kurswechsel in der Linie des Auswärtigen Amtes an. Zur Mitschrift der Regierungspressekonferenz vom 10. Juli In den vorvergangenen Tagen [...]

Von |2018-04-11T13:03:25+00:00Juli 20th, 2015|Allgemein, Creative Commons, Presseschau|1 Kommentar