Videos: Prof. Dr. Jürgen Zimmerer bei 3sat und Spiegel Online über Bismarck, Koch und koloniale Erinnerung

Wie mit dem kolonialen Erbe umgehen? Diese aktuell viel diskutierte Frage stellen Videos mit Prof. Dr. Jürgen Zimmerer bei 3sat und Spiegel Online. Mit Spiegel Online besichtigte Zimmerer koloniale Erinnerungsorte in Hamburg. In Bezug auf die kürzlich mit einem Farbbeutel beworfene Bismarck-Statue im Stadtteil Altona betonte er, es sei „wichtig“, dass das Denkmal erhalten bleibt. Es müsse aber unbedingt die „heroische Bildsprache gebrochen“ und das „Verherrlichungspotential entzogen“ werden – etwa, in dem die Statue auf den Kopf gestellt werde. Auch für die Gedenktafel für Kolonialsoldaten im ‚Michel‘ fordert Zimmerer eine Einbettung in ein Gegendenkmal. 3sat Kulturzeit interviewt Zimmerer über den [...]

Von |2020-06-29T11:40:30+00:00Juni 29th, 2020|Interview, Presseschau, Video|0 Kommentare

Gegen „leere Rhetorik“ zum Völkermord in Deutsch-Südwestafrika – Prof. Dr. Jürgen Zimmerer in Zur Debatte

Die Verhandlungen um eine Entschuldigung Deutschlands für den Genozid an Herero und Nama stocken, die deutsche Seite spricht nicht direkt mit allen Beteiligten und verzögert so die notwendige historische Aufarbeitung – so Prof. Dr. Jürgen Zimmerer in seinem Vortrag vor der Katholischen Akademie in Bayern, der jetzt als Beitrag in der Zeitschrift zur debatte erschien. Stattdessen sei aufgrund der erinnerungspolitschen Bedeutung des Themas eine „breite politische und zivilgesellschaftliche Diskussion“ erforderlich. Angesichts der bis in die Gegenwart reichenden Folgen des Genozids schildert Zimmerer den historischen Hintergrund: In den ersten Jahren nach der offiziellen Kolonisierung 1884 wurde kein Versuch einer flächendeckenden deutschen [...]

Von |2020-03-12T12:41:24+00:00März 13th, 2020|Presseschau|0 Kommentare

„Extreme Bürokratisierung eines Unrechtsregimes“ – Prof. Dr. Jürgen Zimmerer im Deutschlandfunk-Interview über den deutschen Kolonialismus

Anlässlich des Schwerpunktthemas ‚Eine Welt 2.0 – Dekolonisiert euch!‘ sprach Prof. Dr. Jürgen Zimmerer im Interview mit Deutschlandfunk Kultur über die Geschichte des deutschen Kolonialismus. Dieser sei seit der Frühen Neuzeit mit der gesamten Europäischen Expansion eng verbunden gewesen und lasse sich deshalb nicht auf die Zeit der formalen deutschen Kolonialherrschaft von 1884 bis 1919 reduzieren. Ein bemerkenswertes Spezifikum dieses offiziellen deutschen Kolonialismus sei es allerdings, dass selbst die – von allen europäischen Staaten praktizierte – Ausbeutung bürokratisiert worden sei: „ausgebeutet haben alle Europäer, aber die Deutschen haben immer eine Verordnung dazu erlassen.“ Zudem sei die Verbindung zum „zweiten Versuch [...]

Von |2020-01-09T13:48:25+00:00Januar 9th, 2020|Presseschau|0 Kommentare

„Wie verrechnet man versklavte Menschen mit Brunnen?“: Prof. Dr. Jürgen Zimmerer im ‚Welt‘-Interview

Im ‚Welt‘-Interview widerspricht Prof. Dr. Jürgen Zimmerer Rechtfertigungen, die eine positive Bilanz des deutschen Kolonialismus in Afrika zu ziehen versuchen. Diese Positionen vertritt etwa der umstrittene US-Politologe Bruce Gilley, der seine Thesen auf AfD-Einladung in Berlin vorstellen sollte. Schon die Grundüberlegungen einer Bilanzierung seien nicht wissenschaftlich zu vertreten, denn: „Wer bestimmt eigentlich, welche Lasten noch erträglich wären für welchen Nutzen? Schon diese Frage atmet den Geist kolonialer Zivilisationsmission.“ Eine solche Aufrechnung beruhe zwangsläufig auf einem eurozentrischen Fortschrittsglauben. Das Thema koloniales Erbe würde in den letzten Jahren auch deshalb zunehmend in die parteipolitischen Debatten gelangen, so Zimmerer, weil die Bundesrepublik in [...]

Von |2019-12-11T10:31:33+00:00Dezember 11th, 2019|Presseschau|0 Kommentare

„Mit unserer Oma würden wir das nicht machen!“ Prof. Dr. Jürgen Zimmerer kritisiert „Schrumpfkopf“-Auktion auf Deutschlandfunk Kultur

Das deutsche Auktionshaus Lempertz versteigert am 24. Oktober 2018 sogenannte tribal art, inkl. einen "Schrumpfkopf". Auf Deutschlandfunk Kultur kritisiert Prof. Dr. Jürgen Zimmerer den Verkauf menschlicher Überreste scharf: „Zwar hat sich in den Museen weitgehend die Erkenntnis durchgesetzt, dass Menschen nicht ausgestellt werden, vom Handel damit ganz zu schweigen. Doch den privaten Kunsthandel kümmert das nicht.“ Zimmerers Kritik richtet sich jedoch nicht nur gegen die angesetzte Auktion, sondern auch die verbalen Entgleisungen des Lempertz-Geschäftsführers Henrik Hanstein, der von Rückgaben nach Afrika nichts hält. Menschen, die für einen sensiblen Umgang mit kolonialen Objekten eintreten und Lösungen dafür suchen, dass viele dieser [...]

Von |2018-10-22T08:39:22+00:00Oktober 22nd, 2018|Allgemein|1 Kommentar

Interview mit Prof. Dr. Jürgen Zimmerer über Kolonialgeschichte: ein ausführliches Gespräch mit dem Podcast Zeitsprung

Der Podcast Zeitsprung widmete vor einiger Zeit dem Askari-Mythos, den sogenannten Askari-Reliefs in Hamburg-Jenfeld und der Rolle der Hansestadt im Kolonialismus eine Episode (ZS 138) und sprach dafür mit Prof. Dr. Jürgen Zimmerer als Experten. Das ausführliche Interview mit Jürgen Zimmerer, das der Folge zugrunde liegt, ist auch in voller Länge als Extra-Folge des Podcasts verfügbar. Im Gespräch über Kolonialgeschichte, den Völkermord an den Herero und Nama sowie die Aufarbeitung des Kolonialismus, geht es auch um Globalisierung, die meist zu kurzsichtig als ahistorisches Phänomen betrachtet werde. Doch die Geschichte der Globalisierung ist untrennbar verknüpft mit der Geschichte der Kolonialisierung, betont [...]

Von |2018-06-21T13:46:08+00:00Juni 21st, 2018|Allgemein|1 Kommentar

Hamburgs koloniales Erbe: Die Aufarbeitung geht weiter

Der Fortbestand der Forschungsstelle „Hamburgs (post-)koloniales Erbe / Hamburg und die frühe Globalisierung“ ist gesichert! Diese erfreuliche Entscheidung des Hamburger Senats erlaubt die Fortsetzung der seit 2014 begonnenen Projekte und stellt die notwendige Kontinuität sicher. Nachdem  Kultursenator Dr. Carsten Brosda (SPD) in Mitte Oktober in der Hamburger Bürgerschaft ein klares Bekenntnis zur Verstetigung des Pionierprojekt abgegeben hatte, wird in den nächsten Wochen nun die genaue Ausstattung der Forschungsstelle zwischen den beteiligten Behörden, allen voran der Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung besprochen. Lesen Sie hier mehr dazu.

Von |2017-11-09T10:21:15+00:00November 9th, 2017|Allgemein|0 Kommentare

Tansanische Regierung erwägt Entschädigungsforderungen für Kolonialverbrechen. Prof. Dr. Zimmerer erläutert im Gespräch mit dem SPIEGEL die Hintergründe

Während die Verhandlungen der Bundesregierung mit Namibia über Anerkennung, Entschuldigung und Wiedergutmachung des Völkermords laufen, wurde Anfang Januar von Vertretern der Herero und Nama vor einem Gericht eine Sammelklage auf Entschädigung und Beteiligung an den Verhandlungen eingereicht. Im Februar wurde nun bekannt, dass auch die tansanische Regierung Entschädigungsforderungen für die unter deutscher Kolonialherrschaft begangenen Verbrechen während des Maji-Maji-Krieges (1905-1907) erwägt. Zum historischen Hintergrund und der Bedeutung dieser Forderungen befragte DER SPIEGEL den Leiter der Forschungsstelle "Hamburgs (post-)koloniales Erbe" Prof. Dr. Jürgen Zimmerer. Er bestätigte den gewalttätigen Charakter der deutschen Kolonialerrichtung: "Widerstand wurde fast jedes Mal brutal niedergeworfen. ...Es wurden Strafexpeditionen [...]

Von |2017-03-15T09:11:31+00:00März 15th, 2017|Allgemein, Interview, Presseschau|0 Kommentare

Gespräch zwischen Prof. Dr. Jürgen Zimmerer und Prof. Dr. Rainer Nicolaysen: „Hamburgs (post-)koloniales Erbe und seine historische Aufarbeitung“

(c) Jürgen Zimmerer / Rainer Nicolaysen Hamburg ist wie keine zweite deutsche Stadt mit der Geschichte des Kolonialismus verbunden. Deutschlands "Tor zur Welt" war ein Tor zu kolonialen Welt. Bis weit in die Mitte des 20. Jahrhunderts handelte man mit Kolonien, ehemaligen Kolonien oder Kolonialmächten, kaufte oder verkaufte Kolonialwaren (und auch Menschen). Als erste deutsche, ja europäische Metropole widmet sich die Hansestadt aber seit 2014 auch offiziell der Aufarbeitung dieser Vergangenheit und richtete dazu die Forschungsstelle "Hamburgs (post-)koloniales Erbe/Hamburg und die frühe Globalisierung" an der Universität ein. In einem vom Verein für Hamburgische Geschichte organisierten Gespräch mit Prof. [...]

Von |2017-01-18T17:28:48+00:00Februar 18th, 2016|Allgemein, Creative Commons, Podcast|0 Kommentare

Ringvorlesung: „Hamburg: Deutschlands Tor zur kolonialen Welt. Über den Umgang mit einem schwierigen Erbe“ (20.4.2016 – 13.7.2016)

Hamburg ist wie keine zweite deutsche Stadt mit der Geschichte des Kolonialismus verbunden. Deutschlands "Tor zur Welt" war ein Tor zu kolonialen Welt. Zu Recht ist die Hansestadt als die "Kolonialmetropole des Kaiserreiches" neben Berlin bezeichnet worden. Während in Berlin die politischen Entscheidungsträger des zwischen 1884 und 1918 existierenden deutschen Kolonialreiches ansässig waren, steht die Hansestadt für einen weit davor beginnenden und weit darüber hinausreichenden Austausch und Kontakt. Über lange Jahrhunderte (bis weit in die Mitte des 20. Jahrhunderts) handelte man mit Kolonien, ehemaligen Kolonien oder Kolonialmächten, kaufte oder verkaufte Kolonialwaren (und auch Menschen). Als erste deutsche, ja europäische Metropole [...]

Von |2017-01-18T17:28:48+00:00Februar 4th, 2016|Allgemein, Termine|6 Kommentare