Gegen „leere Rhetorik“ zum Völkermord in Deutsch-Südwestafrika – Prof. Dr. Jürgen Zimmerer in Zur Debatte

Die Verhandlungen um eine Entschuldigung Deutschlands für den Genozid an Herero und Nama stocken, die deutsche Seite spricht nicht direkt mit allen Beteiligten und verzögert so die notwendige historische Aufarbeitung – so Prof. Dr. Jürgen Zimmerer in seinem Vortrag vor der Katholischen Akademie in Bayern, der jetzt als Beitrag in der Zeitschrift zur debatte erschien. Stattdessen sei aufgrund der erinnerungspolitschen Bedeutung des Themas eine „breite politische und zivilgesellschaftliche Diskussion“ erforderlich. Angesichts der bis in die Gegenwart reichenden Folgen des Genozids schildert Zimmerer den historischen Hintergrund: In den ersten Jahren nach der offiziellen Kolonisierung 1884 wurde kein Versuch einer flächendeckenden deutschen [...]

Von |2020-03-12T12:41:24+00:00März 13th, 2020|Presseschau|0 Kommentare

Unsere Ausstellung ‚Oviziere – Somgu‘ eröffnete in Windhoek: Das namibische Fernsehen und die größte Tageszeitung berichten

Die aus dem namibisch-deutschen Projekt der Forschungsstelle ‚Hamburgs (post-)koloniales Erbe‘ entstandene und von der Gerda Henkel Stiftung geförderte Ausstellung ‚Oviziere – Somgu. From Where Do We Speak?‘ erhält anlässlich der Eröffnung in Windhoek auch in Namibia große Aufmerksamkeit. So berichtete der namibische öffentlich-rechtliche Fernsender Namibian Broadcasting Corporation (NBC) über die Veranstaltung. (Zum Video) Die beteiligte Künstlerin und ehemalige Stipendiatin in Hamburg, Vitjitua Ndjiharine, stellt darin das Konzept der Ausstellung vor. Sie basiere auf der Idee multiperspektivischer Betrachtung: Zentral sei „this idea of multivocality, of multiple voices, multiple perspectives coming together to debate a very difficult topic, and this is absolutely [...]

Von |2019-07-31T08:52:41+00:00Juli 31st, 2019|Presseschau|0 Kommentare

„Eine Aneignung der Fotografien durch die Nachkommen der Fotografierten“ – Prof Dr. Jürgen Zimmerer im Deutschlandfunk über die Ausstellung Ovizire-Somgu in Windhoek

Die Ausstellung ‚Oviziere-Somgu: From Where Do We Speak?‘  über die Auseinandersetzung mit der deutsch-namibischen Geschichte und insbesondere den Genozid der Jahre 1904-1908 eröffnete vergangene Woche in der National Art Gallery of Namibia (NAGN). Prof. Dr. Jürgen Zimmerer sprach mit Deutschlandfunk Kultur: Fazit über die von der Gerda Henkel Stiftung geförderte Ausstellung, die auf einem von der Forschungsstelle ‚Hambugs (post-)koloniales Erbe‘ initiierten Kunst- und Geschichtsprojekt beruht. Das Projekt beschäftigt sich mit historischen Fotografien aus Namibia, zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine deutsche Kolonie, die heute in deutschen Museen lagern. Diese Bilder zeigten zahlreiche Menschen, die unter der Kolonialherrschaft lebten, über die [...]

Von |2019-07-18T09:34:41+00:00Juli 18th, 2019|Interview, Presseschau|0 Kommentare

‚Koloniale Fotografien aus Deutsch-Südwestafrika‘ – L.I.S.A.-Videoreihe zum Projekt der Forschungsstelle

Wie ist mit Fotografien aus der ehemaligen Kolonie Deutsch-Südwestafrika, heute Namibia, umzugehen? L.I.S.A., das Wissenschaftsportal der Gerda Henkel Stiftung begleitete das Team der Forschungsstelle ‚Hamburgs (post-)koloniales Erbe/Hamburg und die frühe Globalisierung‘, wie es dieser Frage auf wissenschaftliche und künstlerische Weise nachging. In dem von Prof. Dr. Jürgen Zimmerer initiierten und von der Gerda Henkel Stiftung geförderten Projekt ‚Koloniale Fotografien aus Deutsch-Südwestafrika im Museum am Rothenbaum, Kulturen und Künste der Welt‘ bearbeiteten die namibischen Künstler*innen Nashilongweshipwe Mushaandja, Vitjitua Ndjiharine und Nicola Brandt sowie die deutsche Historikerin Ulrike Peters die Fotobestände des ehemaligen Völkerkundemuseums. In Episode 1 besucht das Team das Magazin [...]

Von |2019-06-12T08:17:32+00:00Juni 12th, 2019|Interview, Presseschau|0 Kommentare

„Simulierte Aufarbeitung“: Prof. Dr. Jürgen Zimmerer zur Rückgabe der Säule von Cape Cross an Namibia

Die Restitution eines in der Kolonialzeit entwendeten Objekts sei als Präzedenzfall zwar zu begrüßen, die Auswahl der Säule von Cape Cross wirke aber wie ein Versuch der Ablenkung von umstritteneren Aspekten der Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte, so Prof. Dr. Jürgen Zimmerer im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk. Die Rückgabe des ursprünglich im 15. Jahrhundert von portugiesischen Seefahrern aufgestellten und im 19. Jahrhundert von der deutschen Marine abtransportierten Monuments erhält aktuell große Aufmerksamkeit. Gleichzeitig seien aber konfliktreichere Punkte der kolonialen Aufarbeitung, wie etwa die offizielle Anerkennung des Genozids an Herero und Nama oder des Umgangs mit den Benin-Bronzen, weiterhin ungeklärt. Zahlreiche [...]

Von |2019-05-20T12:15:25+00:00Mai 20th, 2019|Presseschau|0 Kommentare

Meet our team: Vitjitua Ndjiharine, Namibian artist in residence

Vitjitua is a Namibian multidiscipline visual artist who works with both traditional media, such as painting and illustration and digital media to create layered works of art. Her work is personal and introspective, often using bold colors, graphics and, at times, abstract patterns to convey an idea, mood or theme. Foto: Vitjitua Ndjiharine, (c) Laura Ramirez   Logo City Noise, (c) Vitjitua Ndjiharine In 2015 her painting “Metropolis” won third prize at the Labor Arts ‘Making Work Visible’ visual arts contest in New York City. The painting is heavily inspired by the philosophical and aesthetic aspects [...]

Von |2018-04-17T09:32:19+00:00Januar 24th, 2018|Allgemein, Meet our Team|0 Kommentare

Prof. Dr. Jürgen Zimmerer: „Namibia hat Präzedenzcharakter“

Werden nach Namibia weitere frühere deutsche Kolonien nachziehen und von Deutschland Entschädigung fordern? Über diese virulente Frage sprach Deutsche Welle (DW) ausführlich mit Prof. Dr. Jürgen Zimmerer. Für ihn steht außer Frage, dass der weitere Verlauf und Ausgang des Falls Namibia eine wichtige Rolle spielt, denn: "Diese Verhandlungen und auch der Prozess haben Präzedenzcharakter und viele schauen sehr genau hin: Ehemalige Kolonisierte wie ehemalige Kolonisatoren.“ Ob Kamerun, Togo oder Tansania, das bereits im Februar dieses Jahres Entschädigungsforderungungen erwogen hatte, Klagen gegen Deutschland einbringen werden, sei allerdings schwer vorherzusagen. Das hinge letztlich von den Umständen in den jeweiligen Ländern ab. Gerade [...]

Von |2017-09-01T11:40:03+00:00August 2nd, 2017|Allgemein|0 Kommentare

Streit um Entschuldigung und Wiedergutmachung für Völkermord: „Für Deutschland ein Desaster“ – Prof. Dr. Jürgen Zimmerer im Interview mit SPIEGEL ONLINE

Im Interview mit SPIEGEL ONLINE bezeichnet der Leiter der Forschungsstelle „Hamburgs (post-)koloniales Erbe“, Prof. Dr. Jürgen Zimmerer, die Anfang 2017 eingereichte Klage von Nachkommen der Herero und Nama vor einem Gericht in New York als „Desaster“ für Deutschland. Deutschland sei „für manche im Umgang mit seinem kolonialen Erbe in Namibia ein Vorbild - eben weil es direkte Verhandlungen mit der Regierung gibt.“ Doch die Weigerung, die Nachfahren der Opfer in die Verhandlungen zu involvieren und direkt an Gesprächen zu beteiligen, habe dazu geführt, dass Deutschland durch die Klage „international am Pranger“ stünde. Zimmerers Fazit: „Das hätte man verhindern müssen und [...]

Von |2017-04-03T12:08:20+00:00April 3rd, 2017|Allgemein, Presseschau|0 Kommentare

Koloniale Spuren im Übersee-Museum Bremen. Afrika-Sammlungen als Gegenstand der Provenienzforschung

Christian Jarling, Sara Capdeville, Ndzodo Awono © Übersee-Museum Bremen, Foto: Matthias Haase Die Universität Hamburg und das Übersee-Museum Bremen untersuchen in einem vierjährigen Forschungsprojekt die Provenienzen kolonialzeitlicher Afrika-Sammlungen aus dem Übersee-Museum. Initiatoren des Kooperationsprojektes sind Prof. Dr. Jürgen Zimmerer (Universität Hamburg - Arbeitsbereich Globalgeschichte) und Prof. Dr. Wiebke Ahrndt (Übersee-Museum Bremen). Die historische und ethnologische Auseinandersetzung mit der kolonialen Sammlungsgeschichte wird im Rahmen der Initiative der Volkswagenstiftung „Forschung in Museen“ umfangreich gefördert und von drei Doktorand*innen des Historischen Seminars der Universität Hamburg, Ndzodo Awono, Sara Capdeville und Christian Jarling, erforscht. Ethnologische Museen sind Orte einer geteilten Erinnerungskultur. Aus [...]

Von |2017-05-16T10:40:11+00:00März 23rd, 2017|Allgemein, Interview|0 Kommentare

Deutschland-Namibia: Wahrheit – Erinnerung – Versöhnung. Überlegungen zum Gedenken an den Völkermord von 1904-1908

Seit im Juli 2015 mit dem Bundestagspräsidenten Norbert Lammert der bislang ranghöchste Repräsentant der Bundesrepublik Deutschland sich klar für die Benennung des Krieges des Deutschen Reiches gegen die Herero und Nama (1904-1908, Südwestafrika, heute Namibia) ausgesprochen hat, und auch das Auswärtige Amt diesen Umstand nun anerkennt, ist Bewegung in die Frage der aktiven und öffentlichen Versöhnung zwischen Namibia und Deutschland gekommen. Im Oktober 2015 verfasste ich dazu ein Memorandum, das ich nachfolgend als historisches Dokument veröffentliche. In der Zwischenzeit haben sowohl Namibia als auch Deutschland Sondergesandte in dieser Frage ernannt, Dr. Zed Ngavirue und Ruprecht Polenz, und zahlreiche Gespräche haben [...]

Von |2017-01-18T17:28:48+00:00April 27th, 2016|Allgemein, Creative Commons|2 Kommentare