#12 Angedockt: Alle Augen auf den Hafen! Ein Rückblick auf „Theater der Welt“ in Hamburg und seine Themen: Globalisierung, Flucht, Migration.

Von Caroline Herfert Vor kurzem widmete 3sat dem Festival „Theater der Welt“, das vom 25. Mai bis 11. Juni 2017 in Hamburg stattfand, einen ausführlichen Beitrag. Als Kooperation zwischen dem Thalia Theater und Kampnagel erklärte das internationale Festival, das alle zwei bis drei Jahre in einer anderen deutschen Stadt ausgerichtet wird, die Hansestadt für beinahe drei Wochen zum „Hafen für die Künstler*innen der Welt“.[1] Foto: "Theater der Welt", Festivalzentrale am Baakenhöft, (c) Caroline Herfert Einige der gezeigten Produktionen und die Theaterschaffenden dahinter präsentiert der Journalist und Moderator Eric Mayer in der 30-minütigen 3sat-Sendung „Theater: ein Fest!“. Er bespricht [...]

Von |2017-08-31T15:11:34+00:00Juli 26th, 2017|Allgemein, Theater der Welt|0 Kommentare

#11 Angedockt: Inoah (New Creation) / Die Schöpfung. Über die Notwendigkeit vs. die Inszenierung des Themas Migration bei „Theater der Welt“.

Von Tania Mancheno (Universität Hamburg) Am Abend des 5. Juni 2017 war ich auf Kampnagel. Das Programm von Theater der Welt kündigte für den Abend Bruno Beltrãos Produktion mit dem Titel New Creation an. Auf Kampnagel, einer ehemalige Maschinenfabrik in Barmbek (eines der ältesten Arbeiterviertel Hamburgs) und mittlerweile Deutschlands größte freie Spiel- und Produktionsstätte, waren drei Aufführungen der brasilianischen urbanen Tanzproduktion zu sehen. Am Abend darauf war ich in der Elbphilharmonie. Im neuen „Tempel der Hochkultur“, welcher über einem ehemaligen Kakaospeicher gebaut wurde, war die katalanische bombastische Inszenierung von Joseph Haydns (1732–1809) Die Schöpfung angekündigt. Im Gesamtprogramm des Festivals wird [...]

Von |2017-08-31T15:32:56+00:00Juni 27th, 2017|Allgemein, Theater der Welt|0 Kommentare

#10 Angedockt: Der gemeinsame Nenner der Menschlichkeit. Eine Besprechung von DIE STILLGESTELLTEN / SALLE DES PAS PERDUS & BEYTNA.

Von Tania Mancheno Die Produktionen Die Stillgestellten / Salle des Pas Perdus von Hannah Hurtzig mit der Mobilen Akademie Berlin und Beytna von Omar Rajeh mit der Compagnie Maqamat bearbeiteten im Rahmen von „Theater der Welt“ eine ähnliche Fragestellung: „Was hält die Menschheit zusammen?“ In der komplexen Installation und Ausstellung Die Stillgestellten / Salle des Pas Perdus wird das Thema Tod aus einer transdisziplinären wissenschaftlichen Perspektive behandelt. Zahlreiche Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen sowie deren Forschungsergebnisse sind Teil der Produktion. In Beytna kommt auch eine Transdisziplinarität ins Spiel: Die Transdisziplinarität der Künste. In Beytna werden das Essen, das Tanzen und das Singen auf [...]

Von |2017-08-31T15:34:09+00:00Juni 22nd, 2017|Allgemein, Theater der Welt|0 Kommentare

#9 Angedockt: Trio Joubran Feat. Youssef Hbeisch: Die musikalische Geographie des Ouds.

Von Tania Mancheno (Universität Hamburg) Foto: (c) Tania Mancheno Am Abend des 30. Mai 2017 spielte auf Kampnagel das Ensemble Trio Joubran zusammen mit Youssef Hbeisch, dem Meistermusiker in sogenannter „orientalischer Percussion“. Selten lassen sich solche Konzerte in Hamburg erleben, die es tatsächlich schaffen, das Publikum auf eine nachdenkliche Reise mitzunehmen, ohne sich dabei auf den ethnischen Tourismus des Musicals einlassen zu müssen. Einerseits bringt Youssef Hbeisch mit seiner singulären Form des Spielens nicht nur Menschen zum Tanzen, sondern schafft es auch durch Musik Heilungsstrategien für vulnerable Gruppen und Individuen zu generieren. Laut eigener Darstellung beschäftigt er sich [...]

Von |2017-08-31T15:35:30+00:00Juni 11th, 2017|Allgemein, Rezension, Theater der Welt|0 Kommentare

#8 Angedockt: Festung Europa, ein Heiligtum? Brett Baileys Interpretation einer Politik der Vernachlässigung.

Von Caroline Herfert Eine der wichtigsten Fragen, die zur Zeit virulent sind, warf Achille Mbembe bei der Eröffnung von „Theater der Welt“ am 25. Mai 2017 in den Raum: „What to do with human bodies we consider unwanted?“, fragte er angesichts gegenwärtiger politischer und sozialer Entwicklungen und forderte, Verantwortung zu übernehmen. In seiner Eröffnungsrede über die Verfasstheit unseres Planeten entwickelte er daher Thesen für eine ‚Ethik der Konsequenzen‘. In diesen fragmentarischen Überlegungen beschrieb er eine politics of abandonment, die sich gegenwärtig immer mehr Bahn breche. Eine Form der Machtausübung, die sich der ungewollten, ‚überflüssig‘ erachteten Menschen entledigt: durch Abschottung, Verdrängung [...]

Von |2017-08-31T15:37:40+00:00Juni 9th, 2017|Allgemein, Theater der Welt|1 Kommentar

#7 Angedockt: Der schmale Grat der Komik und die Abgründe von Rassismus: „Underground Railroad Game“ und „In 80 Tagen um die Welt“ im Programm von „Theater der Welt“.

Von Caroline Herfert Wie umgehen mit Rassismus im Theater? Rassistische Stereotype von people of colour darstellen oder nicht darstellen, das ist hier die Frage: Dürfen und sollen Klischees auf der Bühne dargestellt werden, um sie zu dekonstruieren oder reproduzieren sie damit automatisch kolonial-rassistische Denkmuster? Die Möglichkeit zur Reflexion dieser brisanten Frage bietet derzeit „Theater der Welt“. Im Rahmen des Festivals waren zeitgleich zwei Sprechtheaterproduktionen zu sehen, die sich in einem komischen Genre mit Rassismus, Stereotypen und der Weissen Norm auseinandersetzen: „Underground Railroad Game“ des New Yorker Theaterzentrums Ars Nova, und „In 80 Tagen um die Welt“ des Düsseldorfer Schauspielhauses. Es [...]

Von |2017-08-31T15:41:30+00:00Juni 5th, 2017|Allgemein, Rezension, Theater der Welt|0 Kommentare

#6 Angedockt: Die Inszenierung des Hafens. Eine öffentliche Konzeptionsbesprechung des Deutschen Hafenmuseums mit Börries von Notz und Ursula Richenberger.

Von Caroline Herfert Sonntagvormittag im Mittelrangfoyer des Thalia Theaters: Auf dem Programm steht die Inszenierung des Hamburger Hafens. Allerdings nicht auf der Bühne, sondern im Museum. Im Rahmen von „Theater der Welt“ präsentierten Börries von Notz, Alleinvorstand der Stiftung Historische Museen Hamburg, und Ursula Richenberger, Leiterin des Hafenmuseums Hamburg, die Leitideen des geplanten Deutschen Hafenmuseums. Flankiert von einem Modell des Viermasters „Peking“ zur Linken und einer Sackkarre mit einem Sack Kaffee beladen zur Rechten, rekapitulierte von Notz zunächst was bisher geschah: Im Oktober 2015 wurde die Neugründung des hiesigen Hafenmuseums als Deutsches Hafenmuseum beschlossen. Der Bund stellt dafür 120 Millionen [...]

Von |2017-08-31T15:42:53+00:00Juni 2nd, 2017|Allgemein, Theater der Welt|0 Kommentare

#5 Angedockt: Get the bigger picture! „Die Gabe der Kinder“ im Kakaospeicher des ehemaligen Afrikaterminals, oder: Programmatisch gesetzte Zeichen für ein Theater von Welt.

Von Caroline Herfert Mit Spannung war die Welturaufführung von Lemi Ponifasios „Children of Gods“ im Kakaospeicher am Baakenhöft erwartet worden. Zur Eröffnung von „Theater der Welt“ war eine Musiktheaterproduktion gigantischen Ausmaßes geplant, mit hunderten von Sänger*innen, Kindern und Jugendlichen aus Hamburg. Doch es sollte anders kommen: Es wurden nicht genug Sänger*innen gefunden, um die ambitionierte Vision des neuseeländisch-samoanischen Startheatermachers  umzusetzen. Dem Programmzettel ist daher ein Künstler-Statement beigefügt, das die Änderung des Titels in „Die Gabe der Kinder“ erklärt. Aus der geplanten Musiktheaterproduktion wurde nun ein Transformations-Ritual, als gemeinschaftlich erarbeitete „Antwort auf die derzeitige Szenerie aus Gewalt, Terror, zur Flucht gezwungenen [...]

Von |2017-08-31T15:44:19+00:00Mai 31st, 2017|Allgemein, Rezension, Theater der Welt|0 Kommentare

#4 Angedockt: „Ports – Vom Recht auf Meer“. geheimagentur lädt zum Denken und Mitgestalten des Afrikaterminals am Baakenhöft ein

Von Caroline Herfert Bei strahlendem Wetter gehen die Zuschauer*innen an Bord der MS Stubnitz, einem ehemaligen Kühlschiff der DDR-Hochsee-Fischfangflotte, das seit 1992 für kulturelle Veranstaltungen genutzt wird und derzeit zu den zahlreichen Aufführungsorten von „Theater der Welt“ zählt. Der Programmzettel beschreibt die Leitfrage der Lecture Performance: „Wie kann eine Seefahrt aussehen, die Kunst, Aktivismus, fairen Handel und ‚Freedom of Movement‘ zusammen denkt?“ Hier und da stehen oder werkeln Akteur*innen in weißen Overalls zwischen dem Publikum auf dem Deck. Per Megaphon stellt eine der Weißgewandeten diese Crew als „Hamburg Port Hydrarchy“ (HPH) vor: Eine Gesellschaft, die in Konkurrenz zur Hamburg Port [...]

Von |2017-08-31T15:45:47+00:00Mai 27th, 2017|Allgemein, Rezension, Theater der Welt|0 Kommentare

#3 Angedockt: Künstlerische Blitzlichter auf die Verfasstheit unseres Planeten. „Theater der Welt“ ist eröffnet!

Von Caroline Herfert Im Thalia Theater hieß es gestern Vormittag „Leinen los!“ für „Theater der Welt“. Das internationale Festival wolle „in diesen Tagen freundliche und optimistische Zeichen in die Welt schicken“, betonte Festivalleiter und Intendant des Thalia Theaters, Joachim Lux, in seiner Begrüßung. „Theater der Welt“, das für die nächsten drei Wochen ein Hafen für die Künstler*innen der Welt sein wird, will mit seinem Programm Zeichen gegen Angst und Zweifel setzen, es will ein Festival sein, „das uns Mut macht“, das „andere Bilder produziert“, so Lux. Eine Ahnung von diese geballten ‚anderen Bildern‘, die Vielfalt an Stimmen, Theaterformen und Ästhetiken, [...]

Von |2017-08-31T15:48:37+00:00Mai 26th, 2017|Allgemein, Theater der Welt|0 Kommentare