„Afrika ist ein Kontinent, der über Jahrhunderte hinweg auf vielfältige Weise in Mitleidenschaft gezogen wurde – durch den Kolonialismus und den Sklavenhandel.“ Prof. Dr. Jürgen Zimmerer im Interview mit den Salzburger Nachrichten

„Wir sehen nur die Zeit nach der Unabhängigkeit der afrikanischen Staaten, statt zu sagen, dass es hier Ursache und Wirkung gibt; dass heutige Verhältnisse einen historischen Vorlauf haben“, sagt Prof. Dr. Jürgen Zimmerer in einem ausführlichen Interview über die Nachwirkungen des Kolonialismus bis in die heutige Zeit. Eine der Hinterlassenschaften sieht er im Versagen der Kolonialmächte, eine starke Zivilgesellschaft hinterlassen zu haben, die als Gegengewicht zu autoritären Entwicklungen hätte dienen können. Dazu käme das Nachwirken kolonialer Vorstellungen und Strukturen: „Heute sieht man, dass die nicht aufgearbeitete europäische Kolonialgeschichte und das Weiterwirken rassistischer Vorstellungen über Afrika im Grunde Europa hindern, eine [...]

Von |2018-10-10T09:54:18+00:00Oktober 10th, 2018|Allgemein|0 Kommentare

Askari und die Kolonialgeschichte des Deutschen Reichs: Prof. Dr. Jürgen Zimmerer im Interview mit dem Podcast Zeitsprung

Die Folge 138 des Geschichtspodcast Zeitsprung - Geschichten aus der Geschichte springt ins 19. Jahrhundert und beschäftigt sich mit deutscher Kolonialgeschichte und Hamburgs Rolle im Kolonialismus. Im Podcast zu Gast war Prof. Dr. Jürgen Zimmerer, der als Experte mit Daniel Messner über die Figur des „treuen“ Askari und die sogenannten Askari-Reliefs in Hamburg-Jenfeld sprach, wie die Askari Teil der deutschen Erinnerungskultur wurden und was es mit  dem Askari-Mythos auf sich hat.  

Von |2018-06-12T10:49:32+00:00Juni 12th, 2018|Allgemein|0 Kommentare

#12 Angedockt: Alle Augen auf den Hafen! Ein Rückblick auf „Theater der Welt“ in Hamburg und seine Themen: Globalisierung, Flucht, Migration.

Von Caroline Herfert Vor kurzem widmete 3sat dem Festival „Theater der Welt“, das vom 25. Mai bis 11. Juni 2017 in Hamburg stattfand, einen ausführlichen Beitrag. Als Kooperation zwischen dem Thalia Theater und Kampnagel erklärte das internationale Festival, das alle zwei bis drei Jahre in einer anderen deutschen Stadt ausgerichtet wird, die Hansestadt für beinahe drei Wochen zum „Hafen für die Künstler*innen der Welt“.[1] Foto: "Theater der Welt", Festivalzentrale am Baakenhöft, (c) Caroline Herfert Einige der gezeigten Produktionen und die Theaterschaffenden dahinter präsentiert der Journalist und Moderator Eric Mayer in der 30-minütigen 3sat-Sendung „Theater: ein Fest!“. Er bespricht [...]

Von |2017-08-31T15:11:34+00:00Juli 26th, 2017|Allgemein, Theater der Welt|0 Kommentare

Kolonialismusforschung ist Zukunftsforschung: Nur wer dem Ist-Zustand ins Auge blickt, kann sich für die Zukunft wappnen

Die Auseinandersetzung mit der kolonialen Vergangenheit ist Zukunftsforschung. Im Interview mit Daniel Meßner von der Universität Hamburg unterstreicht der Leiter der Forschungsstelle „Hamburgs (post-)koloniales Erbe“, Prof. Dr. Jürgen Zimmerer, die Bedeutung der Erforschung der historischen Entstehung des Kolonialismus. Denn dieser sei untrennbar mit der Globalisierung verbunden. „Europa wurde zu Europa auch auf dem Rücken der Kolonisierten“, so Zimmerer. Auch wenn es berechtigte Kritik an der Globalisierung gäbe, sei diese nicht zurückzudrehen. Zimmerer: „Die Zukunft Europas beruht auch darauf, dass wir dem Ist-Zustand ins Auge blicken.“ Lesen Sie das ganze Interview im Newsroom der Universität Hamburg: https://www.uni-hamburg.de/newsroom/forschung/2017-06-01-zimmerer-kolonialismus.html

Von |2017-06-08T09:13:00+00:00Juni 8th, 2017|Allgemein, Interview|0 Kommentare

Kolonialgeschichte: Prof. Dr. Jürgen Zimmerer über den Ursprung unseres Reichtums

In den letzten Monaten erfährt eine populistische und nationalistische Rechte international Auftrieb – als Antwort  auf einen „Zustand erregter Verunsicherung“ in Europa, wie Prof. Dr. Zimmerer in seinem jüngsten Kommentar in der taz diagnostiziert. Die gegenwärtige, vernetzte Welt erfahren viele als bedrohlich im Alltag und reagieren mit Abschottung – sei es von der Globalisierung, von Geflüchteten oder von der Europäischen Union. Mit dem Wunsch, Entwicklungen „zurückzudrehen“, verschiebt sich der Diskurs zunehmend von Weltoffenheit hin zum Nationalismus. Die Konzentration auf regionale oder nationale Geschichte geht einher mit der Rückbesinnung auf heroische Geschichtsnarrative, die jedoch erhebliche Leerstellen aufweist: „Es ist ein Geschichtsbild, [...]

Von |2017-04-11T10:13:21+00:00April 11th, 2017|Allgemein, Presseschau|0 Kommentare

#5 Was bedeutet Hamburg für Dich? Interview mit Ali Fathi. Ein Audio-Spaziergang zu kolonialen Erinnerungsorten

© Ali Fathi Unser Audio-Spaziergang „Was bedeutet Hamburg für Dich?“ präsentiert diese Woche ein Interview mit dem Kommunikationswissenschaftler Dr. Ali Fathi. In dem Interview werden weitere koloniale Landschaften Hamburgs entdeckt. Fathi erzählt aus seiner Biographie, die ihn aus dem Iran nach Hamburg führte. Wir sprechen über Flucht und das Ankommen in der Hafenstadt, in der ein harmonisches Leben vor allem für das Investitionsklima wertvoll ist. Wie wird Migration in der Stadt erinnert? Die Geschichte einer Migration nach Hamburg verortet Fathi ab dem 15. Jahrhundert. Hierzu entziffert er die hinterlassenen migrantischen und kolonialen Spuren im urbanen Raum.  Dr. Fathi ist systemischer Coach und Experte für Antirassismus und Antidiskriminierung. Er ist [...]

#3 Nachwort: Interview mit Prof. Dr. Dirk van Laak – Die Repräsentation von Kolonialgeschichte und das Hamburger Hafenmuseum

Mara Brede CC-BY-NC-SA 4.0 Im #3 Nachwort führt mein Kollegen Kim Todzi ein Interview mit Herrn Prof. Dr. van Laak, nach dessen Vortrag zum„Hamburger Hafen in Welthandel und Globalisierung“. Schwerpunktmäßig wird dabei ein sehr aktuelles Thema behandelt, welches über die Themenstellung der Vorlesung hinaus geht: Das zukünftige Hafenmuseum. Was ist die Rolle eines Museums in der kollektiven Erinnerung? Inwiefern reproduziert ein Museum die traditionelle Erinnerungspolitik des Nationalstaats und inwiefern ist ein Museum gerade der Ort, wo kollektive Erinnerung und geteilte Amnesielücken herausgefordert werden? Zentral ist hierbei die Dimension der Diskussion über die Aufarbeitung des Kolonialismus. Diese wird [...]

#4 Was bedeutet Hamburg für Dich? Interview mit Soledad Granada. Ein Audio-Spaziergang zu kolonialen Erinnerungsorten.

© Soledad Granada Unser Audio-Spaziergang „Was bedeutet Hamburg für Dich?“ präsentiert diese Woche ein Interview mit der Sozialwissenschaftlerin und Friedensaktivistin Soledad Granada. Das Interview wird auf Englisch geführt. Als gebürtige Kolumbianerin lebt Frau Granada seit 2013 in Hamburg. In dieser kurzen Zeit hat sie bereits einige wichtigen Ereignisse in der Stadt begleitet und mitgestaltet. Inhalt ihrer akademischen und aktivistischen Arbeit ist der Frieden in der Postkriegsgesellschaft. Im Gespräch werden zentrale Assoziierungen benannt, die einen Einstieg in das postkoloniale Verständnis der Stadt erleichtern. Die Mobilität in der Stadt wird zusammen mit dem Recht auf Bewegungsfreiheit gedacht und die kollektive Erinnerung [...]

Ringvorlesung: „Hamburg: Deutschlands Tor zur kolonialen Welt. Über den Umgang mit einem schwierigen Erbe“ (20.4.2016 – 13.7.2016)

Hamburg ist wie keine zweite deutsche Stadt mit der Geschichte des Kolonialismus verbunden. Deutschlands "Tor zur Welt" war ein Tor zu kolonialen Welt. Zu Recht ist die Hansestadt als die "Kolonialmetropole des Kaiserreiches" neben Berlin bezeichnet worden. Während in Berlin die politischen Entscheidungsträger des zwischen 1884 und 1918 existierenden deutschen Kolonialreiches ansässig waren, steht die Hansestadt für einen weit davor beginnenden und weit darüber hinausreichenden Austausch und Kontakt. Über lange Jahrhunderte (bis weit in die Mitte des 20. Jahrhunderts) handelte man mit Kolonien, ehemaligen Kolonien oder Kolonialmächten, kaufte oder verkaufte Kolonialwaren (und auch Menschen). Als erste deutsche, ja europäische Metropole [...]

Von |2017-01-18T17:28:48+00:00Februar 4th, 2016|Allgemein, Termine|6 Kommentare

Streamlined Streamlines

Die Romantisierung des Hafenlebens spielt eine zentrale Rolle in der Ausstellung Streamlines, welche in den Deichtorhallen zur Zeit besucht werden kann. Eine Untersuchung der Ursachen und komplexen Zusammenhängen hinter der Migration findet nicht statt. von Tania Mancheno Für die Ausstellung Streamlines in den Deichtorhallen lud die Kuratorin Koyo Kouoh internationale Künstlerinnen und Künstler nach Hamburg ein, Ozeane als Orte des Welthandels und der Migration künstlerisch zu untersuchen. Als Ergebnis dieser internationalen Zusammenstellung fokussiert sich die Ausstellung auf die Ressource des Wassers. Damit setzen die Deichtorhallen eine Museumspraxis fort, die bereits im Jahr 2014 im Stedelijk Museum in Amsterdam mit der [...]

Von |2016-07-14T14:19:40+00:00Januar 27th, 2016|Allgemein, Creative Commons, Rezension|0 Kommentare