„Die Nofretete gehört nach Ägypten“ – Prof. Dr. Jürgen Zimmerer im SPIEGEL-Interview

Die Debatte um die Restitution von Raubkunst aus kolonialen Kontexten dürfe Antiquitäten aus Ägypten nicht ignorieren, fordert Prof. Dr. Jürgen Zimmerer im Spiegel-Interview. Konkret betrifft das einige der bedeutendsten Objekte in europäischen Museen wie etwa die in Berlin ausgestellte Büste der Nofretete. Als Ägypten ab Mitte des 19. Jahrhunderts zunehmend unter Einfluss der Kolonialmächte Großbritannien und Frankreich geriet, entstanden auch Regelungen zum Umgang mit Archäologischen Ausgrabungen wie die sogenannte Fundteilung. Die konkreten Regelungen der Fundteilung wurden zwischen der Protektoratsmacht England und den französischen Leitern der „Antikenverwaltung“ als „koloniales Recht“ ausgehandelt: „die Diebe gaben es sich untereinander“. In Deutschland müsse die [...]

Von |2020-03-25T09:24:40+00:00März 25th, 2020|Presseschau|0 Kommentare

„Das größte Hindernis ist der fehlende politische Wille“ – Prof Dr. Jürgen Zimmerer im Herrenhauser Forum für Zeitgeschehen über die Restitutionsdebatte

Wie ist mit kolonialer Raubkunst umzugehen? Diese Frage diskutierten Prof. Dr. Louis Henri Seukwa (HAW Hamburg), Dr. Mareike Späth (Landesmuseum Hannover) und Prof. Dr. Jürgen Zimmerer, moderiert von René Aguigah, im Forum für Zeitgeschehen der VolkswagenStiftung in Schloss Herrenhausen Hannover. „Das größte Hindernis ist der fehlende politische Wille“, so Zimmerer einleitend – ein Standpunkt, dem Seukwa und Späth mehr oder minder zustimmten. Als Hintergrund verwies Zimmerer auf die Tendenz der Politik, die Verantwortung auf die Museen zu schieben, etwa in Form von Provenienzforschung. Späth betonte, dass Museen mit praktischen Problemen und politischen Rahmenbedingungen arbeiten müssten und nicht zu Sündenböcken gemacht [...]

Von |2020-03-09T15:26:17+00:00März 9th, 2020|Presseschau|0 Kommentare

„Simulierte Aufarbeitung“: Prof. Dr. Jürgen Zimmerer zur Rückgabe der Säule von Cape Cross an Namibia

Die Restitution eines in der Kolonialzeit entwendeten Objekts sei als Präzedenzfall zwar zu begrüßen, die Auswahl der Säule von Cape Cross wirke aber wie ein Versuch der Ablenkung von umstritteneren Aspekten der Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte, so Prof. Dr. Jürgen Zimmerer im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk. Die Rückgabe des ursprünglich im 15. Jahrhundert von portugiesischen Seefahrern aufgestellten und im 19. Jahrhundert von der deutschen Marine abtransportierten Monuments erhält aktuell große Aufmerksamkeit. Gleichzeitig seien aber konfliktreichere Punkte der kolonialen Aufarbeitung, wie etwa die offizielle Anerkennung des Genozids an Herero und Nama oder des Umgangs mit den Benin-Bronzen, weiterhin ungeklärt. Zahlreiche [...]

Von |2019-05-20T12:15:25+00:00Mai 20th, 2019|Presseschau|0 Kommentare

Unrechtmäßige Erwerbungen kolonialer Objekte: stellt sich Deutschland seinen Gedächtnislücken, fragt Le Monde unsere Mitarbeiter

Die aktuelle Diskussion um Raubkunst, Restitution und den adäquaten Umgang mit Objekten aus kolonialen Kontexten in deutschen Museen und Sammlungen wird auch außerhalb von Deutschland verfolgt. Anlässlich der Eröffnung der neuen Ausstellung „Werkstatt Prolog“ im Leipziger Grassi Museum, nimmt Le Monde die klaffenden „Gedächtnislücken“ und Initiativen zur Forcierung kolonialer Provenienzforschung ins Visier und hat dazu u.a. Prof. Dr. Jürgen Zimmerer und Jean Ndzodo Awono, Mitarbeiter in unserem Provenienzforschungsprojekt am Bremer Übersee-Museum, interviewt. Zimmerer konstatiert, dass die Mehrheit der Museen und Sammlungen nicht genau wüsste, was alles in ihrem Besitz sei und ortet Desinteresse an kolononialer Provenienzforschung: « Les travaux sur les [...]

Von |2018-09-27T08:10:59+00:00September 27th, 2018|Allgemein|0 Kommentare